Soziale Schuldnersuche

Ein chinesisches Gericht hat eine Handy-App veröffentlicht, die das Leben von Schuldnern erschweren soll.

Das Programm, das in das in China beliebte soziale Netzwerk WeChat eingebaut ist, ermöglicht es, Zahlungsunwillige auf einer Karte im Radius von 500 Metern ausfindig zu machen. Werden diese gefunden, darf man sie an entsprechende Behörden melden.

Angeblich […]

Datenschutz

Wäre ich Industriespion, ich würde mich in den Wartebereich von Flughäfen, Bahnhöfen oder in Züge setzen. es ist unglaublich, welche Firmeninterna der verschiedensten Firmen man bei einer Reise quer durch Deutschland zu hören bekommt – bis hin zur ausgiebigen Erörterung der Frage, ob der Mit-Geschäftsführer sein Handy mit auf die Toilette nimmt.

Es ist kein […]

Dschungelindianer mit Haftpflichtversicherung

Harald Martenstein berichtet in der ZEIT, wie sich ein Leben ohne Datenschutz anfhlt und welche andere Kultur die US-Amerikaner haben, damit umzugehen:

Da habe ich begriffen, wieso Barack Obama unsere Sorgen um den Datenschutz nicht nachvollziehen kann. Die haben eine andere Datenkultur da drben. Genauso gut knntest du versuchen, einem Dschungelindianer am Amazonas zu erklren, dass er eine Haftpflichtversicherung braucht.

 

Ferngesteuerte Autos

Golem berichtet:

Mehr Technik fr die Polizei in den EU-Mitgliedstaaten: Das Papier einer Arbeitsgruppe europischer Strafverfolger listet verschiedene Ma??nahmen auf, die den Beamten zur Verfgung gestellt werden sollen: Dazu gehren die automatische Nummernschilderkennung sowie eine Fernsteuerung zum Stoppen von Autos.

Die europischen Strafverfolger wollen einen Standard entwickeln, um Autos ferngesteuert stoppen zu knnen. Knftig soll dann jedes Fahrzeug, das auf dem europischen Markt angeboten wird, damit ausgestattet sein.

Ferngesteuerte Autos … und irgendwann ferngesteuerte Menschen ?

Wie htte ein Herr Mielke ber solch eine Technik gejubelt, er htte jedes Fluchtfahrzeug direkt vor der Grenze ferngesteuert stoppen knnen.

LQI

1947 schrieb der Dresdner Phililoge Victor Klemperer ein viel beachtetes Buch: LTI -Notizbuch eines Philologen. Darin entlarvt er dieLinguaTertiiImperii, die Sprache des Dritten Reichs. Hin und wieder sind in diesem Buch bereits Verweise auf eine „LQI – Lingua Quartii Imperii“ enthalten. Unter anderem widmet er sich ausfhrlich der oft euphemistischen Sprachgestaltung – der Angewohnheit, einen schlimmen Sachverhalt sprachlich beschnigend darzustellen.

Der EU-Ausschuss fr brgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres(LIBE) hat nach einem Bericht von Golem nunmehr seinen Abschlussbericht zum NSA-Skandal vorgelegt, in dem fundiert heftige Kritik an der massenhaften ??berwachung der elektronischen Kommunikation gebt wird. Der EU-Abgeordnete Moraes wird zitiert:

Die Sphprogramme beeintrchtigten die brgerlichen Grundrechte und knnten sich mglicherweise negativ auf Presse- und Meinungsfreiheit auswirken. Moraes sieht darin einen weiteren Schritt zur Etablierung eines vollstndigen Prventionsstaates. Die gewohnte Trennung zwischen polizeilichen Ermittlungen und Geheimdienstarbeit werde durch die ??berwachungsprogramme aufgehoben.

Ein schnes neues Wort: Prventionsstaat. Das klingt doch gleich viel angenehmer als ??berwachungsstaat. Prvention klingt nach Vorsorge, nach Frsorge.AlsPrvention(vonlateinischpraevenire???zuvorkommen???, ???verhten???) bezeichnet man vorbeugende Ma??nahmen, Programme und Projekte, um ein unerwnschtes Ereignis oder eine unerwnschte Entwicklung zu vermeiden. Ganz allgemein kann der Begriff mit ???vorausschauender Problemvermeidung??? bersetzt werden (Wikipedia). Der Begriff Prvention ist in all seinen Bedeutungsvarianten positiv besetzt, so dass auch ein „Prventionsstaat“ doch schon sprachlich etwas ungeheuer Positives sein muss.

Erleben wir hier eine LQI – Lingua Quintii Imperii?